Stimmarbeit im Rahmen einer Mann-zu-Frau-Transition (MzF-trans*).
Worum geht es?
„Stimmtransition" beschreibt den Prozess, den Stimmklang von männlich hin zu weiblicher zu verändern. Bei einer MzF-Transition ist das Teil der Angleichung an das gefühlte Geschlecht.
Eine weibliche Stimme ist mehr als nur eine höhere Tonlage. Dazu gehören auch Satzmelodie, Betonung, Aussprache, Wortwahl, Mimik, Gestik und Körperhaltung. Das LaKru-Programm – benannt nach den Entwicklern Thomas Lascheit und Stephanie A. Kruse – arbeitet an all diesen Aspekten gemeinsam, mit dem Ziel einer stabilen, gesunden Stimme, die dauerhaft und ohne organische Folgeschäden genutzt werden kann. Ein wichtiger Baustein dabei ist Lax Vox® .
Das Training ist strukturiert aufgebaut und intensiv – von der Intensität vergleichbar mit dem Erlernen einer neuen Sprache oder Sportart. Neben gezielten Übungen zur Muskelansteuerung gehören auch Grundlagen zu Anatomie und Physiologie der Stimme dazu, damit die eigene Stimme am Ende auch ohne Anleitung sicher in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden kann. Das braucht Zeit, Geduld und regelmäßiges Üben, auch zu Hause.
Therapiebereiche: Wahrnehmung, Stimmklang, Resonanz, Tonhöhe, Sprechmelodie, Aussprache, Betonung, Wortwahl, Körpersprache.
Für wen ist das geeignet?
Für Menschen im Rahmen einer Mann-zu-Frau-Transition, die an ihrer Stimme arbeiten möchten. Ich habe im Dezember 2015 die Weiterbildung zur Fachtherapeutin für LaKru-Stimmtransition abgeschlossen.
Zur Begrifflichkeit
Jede Klientin hat ihre eigene Begrifflichkeit und Definition, passend zum Stand der Transition und den eigenen Wünschen – „transsexuell", „Transgender", „Trans-Frau" oder „trans*" sind nur einige Beispiele dafür. Am liebsten spreche ich meine Klientinnen einfach mit ihrem Namen an; welcher Begriff für dich passt, finden wir gemeinsam heraus.
Für diesen Text habe ich den derzeit gebräuchlichen Begriff „trans*" gewählt (daher „MzF-trans*" oben) – das Sternchen darf gern im eigenen Sinne durch einen passenden Begriff ersetzt werden. Fachlich orientiere ich mich zusätzlich am in Wissenschaft und Medizin (WHO, ICD) etablierten Begriff „transsexuell".